|
Geschrieben von Hilger | Montag 29 März, 2010
Vier unbekannte maskierte Männer haben am 6. März 2010 mit Schusswaffen das Berliner Luxushotel “Grand Hyatt” am Potsdamer Platz in Berlin überfallen und dort offensichtlich einen Teil des Millionen-Jackpots des bekannten European Poker Turniers abgeräumt. Wie ein Berliner Polizeisprecher am Abend weiter sagte, seien die Täter mit Bargeld in Höhe von ungefähr € 242.000 geflüchtet. Weitere € 600.000 wurden von den Tätern hinter sich gelassen, nach dem sie erfolgreich von Sicherheitsbeamten attackiert wurden. Die Täter konnten mittlerweile gefasst werden. Von dem Bargeld fehlt allerdings noch jede Spur.
In dem bekannten Berliner Fünf-Sterne-Hotel „Grand Hyatt“, in dem sich zur Zeit des Überfalls einige der weltbesten Pokerspieler aufhielten, brach gegen 14.15 Uhr das Chaos aus. Bereits wenige Minuten nach dem Überfall im Empfangsbereich des Turniers kursierten im Internet schon Videos vom Tatort. Spieler ließen erschreckt ihre Karten fallen und rannten aufgeregt durcheinander. Viele von ihnen suchten voller Angst Schutz unter den Spieltischen oder wollten aus den Räumen im ersten Stock des Hotels flüchten. Rainer Wendt, Leiter des Berliner Polizei Einsatzkommandos, erklärte später, dass es sich hier offensichtlich um eine Amateurgruppe handelte, die naiv gehandelt hätte und einen „Berg von Beweismaterial“ hinter sich ließ.
Wendt hatte richtig getippt, denn nicht lange nach dem dreisten Raubüberfall gestand bereits am 15. März ein 21-Jähriger, der von seinem Anwalt begleitet wurde, auf einem Polizeirevier den Überfall. Er beschuldigte seine Komplizen Jihad Khaled Chetwie, 19 Jahre, Ahmad el-Awayti, 20 Jahre und Mustafa Ucarkus, ebenfalls 20 Jahre an dem Raubüberfall beteiligt gewesen zu sein. Von den Beschuldigten wurden sofort zwei von ihnen aus Istanbul und Beirut wieder nach Deutschland ausgewiesen, nachdem internationale Haftbefehle gegen sie ausgesprochen wurden.
Darüberhinaus wurde ein 28-jähriger Libanese, der als der Kopf der Band gilt, ebenfalls festgenommen. Ein Pressesprecher der Polizei gab dazu folgendes bekannt: „Bezüglich unserer aktuellen Ermittlungen können wir davon ausgehen, dass der Verdächtigte der Kopf dieser Bande ist und den Überfall insgesamt organisiert hat. Es ist mittlerweile von uns festgestellt worden, das er ebenfalls hinter dem Steuer des Fluchtautos saß“.
Während die Berliner Polizei diesen Fall ziemlich schnell zur Auflösung brachte, ist dennoch momentan Niemand in der Lage, den Verbleib des Geldes im Gegenwert von ungefähr $ 327.000 aufzuklären. Das Geständnis und damit das Auffliegen dieser Gang hat es der Polizei leichter gemacht. Wenn mehr Nervenstärke und mehr Intelligenz bewiesen worden wäre, könnte man von einem unverschämten Raub sprechen, der in die Geschichte eingegangen wäre. Aber so bleibt es nur ein unbeholfenes dummes Ereignis.
Ein Kommentar hinterlassem
|